Gedanken vom Wasser

Wenn es zu warm zum Fischen wird

Manchmal ist nicht zu fischen die richtige Entscheidung.

Die vergangenen Wochen waren auch für unsere Gewässer eine echte Belastungsprobe. Hohe Temperaturen, wenig Niederschlag und immer niedrigere Wasserstände haben manchen Bach an seine Grenzen gebracht. Gerade Forellen und Äschen reagieren empfindlich auf hohe Wassertemperaturen. Wenn gleichzeitig die Wasserstände sinken, können solche Phasen für die Fische schnell problematisch werden.

Auch uns Menschen setzen solche Wetterlagen zu. Große Hitze und hohe Ozonwerte sind für lange Stunden am Wasser keine gute Kombination. Für mich gehört deshalb auch dazu, an solchen Tagen zu sagen: Heute lieber nicht.

Wie ernst die Situation teilweise war, zeigte sich an einigen kleineren Zuflüssen besonders deutlich. Bachabschnitte trockneten so weit aus, dass ein engagiertes Team unseres Vereins Fische aus den verbliebenen Wasserstellen retten und in wasserführende Bereiche umsetzen musste. Nach Angaben aus dem Verein ging es dabei um mehr als 300 Fische.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die dort mit angepackt und sich um die Fische gekümmert haben.

Besorgniserregend waren auch die Nachrichten von meinem Freund Micha vom Rhein. Er kennt seinen Abschnitt seit vielen Jahren und hat den Wasserstand dort nach eigener Aussage noch nie so niedrig erlebt. Bereiche zwischen den Buhnen waren teilweise nahezu trockengefallen. In diesem Sommer, so beschrieb er es, hatte man zeitweise beinahe den Eindruck, man könne einfach durch den Rhein hinübergehen.

Solche Beobachtungen bleiben hängen. Sie zeigen, wie außergewöhnlich dieser Sommer für viele unserer Gewässer war. Und sie erinnern daran, dass zu unserer Leidenschaft nicht nur das Fischen gehört, sondern auch Verantwortung für die Gewässer und ihre Bewohner.

Nach vier Regentagen am Stück freue ich mich darauf, in den nächsten Tagen ans Wasser zu fahren. Ob ich dann tatsächlich fische, wird sich vor Ort zeigen – entscheidend sind für mich Wasserstand, Wassertemperatur und der Zustand des Gewässers.

Die Vorfreude ist jedenfalls da.

Euer Maik